Oft höre ich, wie Menschen sich in die Brust werfen, dass sie diese oder jene Menschen aus ihrem Leben „entfernen“ wollen. Begriffe wir „toxisch“ und „narzisstisch“ werden schnell als Etiketten auf Andere geklebt, um sich selbst den Anstrich des guten und spirituell entwickelten Menschen zu geben. Und selbst wenn es stimmen sollte, dass wir es mit Narzissten oder anderen Menschen zu tun haben, die nicht gut für uns sind, vergessen wir doch sehr leicht eine wichtige Tatsache: Es gehören immer zwei dazu. Wenn wir uns schlecht behandelt fühlen, dann weil wir uns ebenso so behandeln lassen.

Es ist leicht, die Schuld bei anderen zu suchen, um sich dann ihrer zu entledigen. Wir sind dann ja auch besonders stolz darauf, dass wir die Muster im Anderen erkannt, und uns soweit unseren RAUM zurückerobert haben, um uns aus diesen toxischen Beziehungen zu lösen. Und ich spreche nicht nur von Partnerschaften, sondern jeglicher Art zwischenmenschlicher Beziehungen - privat, wie beruflich.

Was wir in solchen Fällen leicht übersehen, ist die Tatsache, dass die Resonanz etwas ist, das auch von uns ausgeht. Wir können uns noch so sehr von den angeblich falschen Menschen distanzieren, wenn wir übersehen, dass wir die Quelle der Resonanz sind, die diese Menschen in unser Leben gezogen hat, und sei es nur, damit wir genau das lernen sollen. So folgen „toxische“ Menschen so lange „toxischen“ Menschen in unserem Leben nach, bis wir darin das Muster erkannt haben und wir erkennen, dass wir die Stelle in uns heilen dürfen, an denen die Muster der „unerwünschten“ Personen immer wieder andocken.

Wir können noch so lange lamentieren, uns beschweren, oder, wenn wir uns für entwickelter halten, Menschen in die Wüste schicken. Wenn wir uns nicht eingestehen, dass wir in unserem System den Nährboden für jegliche Art von Beziehung bereiten, werden wir scheitern.

Wenn wir tatsächlich in unserer Entwicklung schon so weit gediehen sind, dass wir in Beziehungen mit anderen Menschen ein wiederkehrendes Muster erkennen, dann ist der Zeitpunkt gekommen, darüber nachzudenken, was in uns diese Menschen immer wieder in unsere Leben zieht. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Es bedeutet, sich nicht als Spielball des Lebens und der darin vorkommenden Beziehungen zu verstehen und sich dahinter auch nicht zu verstecken. Die Beziehung unserer Eltern ist oft der erste Ansatzpunkt, an dem wir Parallelen zu unserem eigenen Leben feststellen können. Unsere Eltern stehen Pate für unsere Entwicklung und wie wir Beziehungen sehen, was wir für eine „normale“ Beziehung, eine gute oder schlechte Beziehung halten. Halte einen Moment inne, schließ die Augen und denk darüber nach, ob Du in Deinen Beziehungsmustern Parallelen zu denen Deiner Eltern erkennst.

Der nächste Punkt, über den es sich nachzudenken lohnt, ist die Tatsache, dass es oft gar nicht notwendig ist, Menschen aus unserem Leben zu verbannen. Oft reicht es, wenn wir unsere eigene Schwingung ändern. Durch regelmäßige Meditation, Yoga, gesunde Ernährung etc. verändern wir unsere Schwingung nach oben. Wir beginnen, höher zu schwingen und verändern damit unser System. Es beginnt anders zu schwingen und geht damit mit den bisherigen Menschen in Deinem Leben oft nicht mehr in Resonanz. Das bedeutet, sie verabschieden sich von ganz allein aus Deinem Leben und Du musst in dieser Sache nicht erst dramatisch aktiv werden.

Weiterhin, ist es, nach meiner Erfahrung, ratsam, den Heilungsprozess mit unserem inneren Kind zu vervollständigen, denn wenn wir erst erkannt haben, das wir für unsere Bedürfnisse und Bedürftigkeiten selbst verantwortlich sind, suchen wir unser Heil nicht mehr bei anderen Menschen, sondern sorgen selbst gut für uns.

Und um das Thema für heute abzuschließen, möchte ich Dich einladen, mit den Menschen in Deinem Leben nicht zu hart ins Gericht zu gehen, mögen sie Dir auch noch so toxisch oder narzisstisch erscheinen. In der Regel ist es ja nicht so, dass diese Menschen sich bewusst und absichtlich so verletzend verhalten, wie wir es empfinden. Natürlich gibt es auch solche, die tatsächlich Befriedigung daraus ziehen, anderen Schmerz zuzufügen, keine Frage. Und vielleicht bin ich ja zu optimistisch, wenn ich davon ausgehe, dass sie eine Minderheit darstellen. Im Grunde könnte man es aber wahrscheinlich in einem berühmten Satz zusammenfassen: Vergib ihnen, denn sie wissen wohl nicht, was sie tun.

(c) Bild & Text: Stefan Trumpf, darf aber gern geteilt werden.

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