Wie viele meiner LeserInnen und ZuhörerInnen inzwischen bemerkt haben dürften, rege ich in fast jeder #montagsinspiration zum Meditieren an. Und ich weiß, dass viele von Euch da draußen regelmäßig meditieren und auch darüber berichten. Jetzt gibt es aber einige darunter, denen möchte ich jedes Mal zurufen. „Hey! Warum machst Du es Dir so schwer?“ Und anderen möchte ich die Hand reichen und sie einladen, dem Meditieren eine Chance zu geben, denn sie fühlen sich durch ihre eigenen Vorstellungen so dermaßen von der ganzen Sache abgeschreckt, dass sie sich dem einfachsten und nachhaltigsten Weg zu innerem Frieden verweigern. Warum - wie so vieles - auch das Meditieren ganz einfach sein kann und was Du schlußendlich vermutlich davon hast, darum geht es heute.

Mir ist aufgefallen, dass wir Menschen in unserer Gesellschaftsform ganz offensichtlich überall von Leistungsdenken geprägt sind. Ziele müssen smart sein, also spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch & terminiert. Das scheint mir mittlerweile nicht nur im Verkauf eine angewandte Formel zu sein, sondern eine, die auf die verschiedensten Lebensbereiche angewandt wird. Alles muss heute messbar sein, zu einem bestimmten, klar definierten Ziel führen. Wir haben ja schließlich keine Zeit zu verschenken und einfach nur rumsitzen, und nichts tun, das ist auch beim Meditieren schlicht für einige von uns nicht drin. Da muss in der Meditation noch ein Ziel klarer definiert werden, ein Problem bewältigt, Emotionen kanalisiert, Gefühle umgewandelt werden, der Atem in einen bestimmten Rhythmus gezwungen werden und vieles mehr. Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier. Und weil viel bekanntlich viel hilft, wird dann der Timer an der Smartwatch auf sportliche 45 Minuten gestellt, die körperüberwachenden Funktionen des kleinen Wunderdings sind auf „Hab Acht!“ und los geht‘s. Und bitte nicht vergessen: Die Zunge muss hinter die obere Zahnreihe geklemmt werden, wir wollen uns ja schließlich vom Schluckreflex nicht das Ergebnis versauen lassen.

Versteh mich bitte richtig. Das ist alles nicht falsch. Das kann man alles machen und es führt tatsächlich in den meisten Fällen auch zu einem, oft sogar gewünschten Ergebnis, aber für mich persönlich hat das nur wenig mit Meditation zu tun. Und es wundert mich nicht, wenn Menschen, die sich fragen, ob sie es vielleicht mal damit versuchen sollten, davor eher zurückschrecken. Die Hardliner unter den Meditationslehrern werden mich vermutlich für diesen Beitrag verurteilen, aber damit muss ich dann wohl leben.

Für mich persönlich ist Meditation das Erinnern an unseren natürlichen Zustand. Wir werden in AGAPE geboren, in uns schwingt das Universum, dem Du viele Namen geben kannst. Wir sind vom RAUM durchdrungen, der wiederum vom SELBST belebt wird, das in uns allen seinen unverwechselbaren Ausdruck findet. Das SELBST ist Frieden, das SELSBT ist in AGAPE, der Liebe ohne Objekt. Und da wir alle vom SELBST durchdrungen und belebt werden... Du weißt, was ich damit sagen möchte. Das klingt jetzt für Dich vielleicht ziemlich kitschig, aber das ist größtenteils schlicht und einfach Physik. Ich hab‘s nur ein bisschen verträglicher formuliert.

Unsere Vorstellungen von Zeit und Raum, unsere Vorstellungen davon, wie das Leben zu sein hat, die durch Sozialisierung und Erziehung erzeugten Glaubenssätze und Konzepte lassen uns glauben, wir wären vom SELBST getrennt, lassen uns das Göttliche, das Unbegreifliche als etwas definieren, das von uns getrennt existiert und erlangt werden kann, wenn ich nur hart und ausdauernd genug dafür übe und übe und übe... Und DAS, genau DAS ist Illusion.

Wir müssen nichts erreichen. Es gibt nichts zu erlangen, auch keine Erleuchtung und kein Erwachen.

Wir können nicht von etwas getrennt sein, das nahezu 100% unserer Existenz erfüllt. Wir können niemals von der Liebe getrennt sein, vom SELBST oder vom Heiligen Geist, ganz egal, wie Du es nennst, denn all das erfüllt uns, durchdringt uns und ist der Grund für unsere Existenz. Es ist unser Ur-Zustand. Meditation dient lediglich dazu, sich an diesen Ur-Zustand zu erinnern! Es sollte ein Prozess der Akzeptanz und des Loslassens sein, niemals vom Wunsch oder der Erwartung beseelt, etwas erreichen zu wollen. Wozu sollten wir denn auch etwas erreichen, wenn wir doch schon alles sind? Meditation sollte etwas sein, was Dir mit Leichtigkeit in Fleisch und Blut übergeht, weil es viel mehr Zustand als Handlung ist. Wenn alle Konzepte und Glaubenssätze in uns schweigen, wenn wir sämtliche Techniken und geistigen Verrenkungen, die wir glauben, beim Meditieren machen zu müssen, loslassen, dann können wir beginnen, anzunehmen, was wir SIND. Wenn wir unserem Atem keinen künstlichen Rhythmus aufzwängen, wenn wir unserem Herzschlag keinen künstlichen Rhythmus aufzwängen, sondern wenn wir alles fließen lassen, wie es unserem eigenen, ganz persönlichen Rhythmus entspricht, dann tauchen wir in den Fluss des Lebens ein, dann beginnen wir, die Illusion von Kontrolle aufzugeben und treiben in Hingabe von Atemzug zu Atemzug. Wir lösen uns von der Illusion von Zeit und Raum und erlauben diesem einzigen wahren Moment im Hier & Jetzt, sich in uns und um uns herum zu entfalten. Wir werden zu BeobachterInnen, ganz vom SELBST erfüllt, ohne Ziel, denn aus dem immerwährenden Jetzt wollen wir ja gar nicht weg.

Deswegen empfehle ich all meinen SchülerInnen auch immer, ihren Timer zum Meditieren maximal auf 10 Minuten zu stellen. Wenn Du nach 10 Minuten Dich noch gut und relaxt fühlst, bleib einfach sitzen und meditiere weiter. Wenn Du aber, von Leistungsdruck und Ehrgeiz getrieben, Deinen Timer auf 20 oder gar 45 Minuten einstellst,und nach 12 Minuten beginnt Dich die Unruhe zu zerfressen, die Fliege an der Wand zu stören oder der Rücken zu schmerzen? Was für einen Sinn sollte das haben? Wie frustriert wirst Du sein, dass Du „versagt“ hast? Oder willst Du Dich durchbeißen und bist damit dann keineswegs mehr im Frieden, in der Ruhe, bist kein(e) BeobachterIn mehr, sondern wieder das verkopfte Ego, das sein Ziel erreichen möchte?!

Meditation ist einfach. Sein ist einfach. Wir dürfen das genau so annehmen, wir dürfen genau so danach leben und in jedem Moment, in dem wir meditieren, uns daran erinnern. Daran, und daran, was wir wirklich sind. Das ist #einfachsein.

Probier es aus! JETZT!

Zum Schluss noch ein Hinweis in eigener Sache: Wenn Dir der Beitrag gefallen hat, darf er sehr gern geteilt werden. Um zum Podcast zu diesem und anderen Beiträgen der #montagsinspiration zu gelangen, einfach den Link anklicken.

Und wenn Dir der Beitrag vielleicht sogar ein Stück auf Deinem persönlichen Weg geholfen hat, dann würde ich mich freuen, wenn Du mir auf meinem ein Stückchen helfen würdest, und mich mit einem Kaffee unterstützen würdest. Dazu einfach den blauen “Support” Button klicken etc. Vielen Dank!