Stell Dir mal vor, Du trittst tatsächlich den Weg nach innen an und wenn Du die Tür zu Dir selbst aufgemacht hast, gefällt’s Dir da gar nicht! Du findest, das klingt albern? Du würdest Dich wundern, wie vielen Menschen es aber genau so geht!

Wenn Du der #montagsinspiration schon länger folgst, oder vielleicht sogar mal in eins meiner Bücher hineingelesen hast, dann ist Dir nicht neu, dass für mich der Weg ins #einfachsein natürlich nach innen führt. Wenn wir zu sehr mit dem Außen und unserer Wirkung auf unsere Mitmenschen beschäftigt sind, bewegen wir uns ja eher von uns weg und nicht auf das zu, was uns wirklich ausmacht.

In meiner täglichen Praxis, in der ich Menschen auf genau diesem Weg begleite, begegnet es mir immer wieder, dass ebendiese Menschen die viel zitierte Tür nach innen zwar öffnen, und auch erste zaghafte Schritte nach innen gehen, dann aber wie in einer Art Schockstarre verharren, weil sie das, was sich in ihrem persönlichen RAUM zeigt, nur sehr schwer aushalten können. Und ja, ich stärke ihnen dann den Rücken, damit sie nicht vor sich selbst die Flucht ergreifen. Und glaub mir, ich verstehe das. Sich selbst muss man wirklich erst einmal aushalten lernen.

Unser Problem ist, dass wir Zeit unseres Lebens mit Konzepten gefüttert werden, wie das Leben zu sein hat und wie wir zu sein haben. Oft dauert es lange, bis wir den Mut aufbringen, diese Konzepte zu erkennen, geschweige denn, sie zu hinterfragen oder gar über Bord zu werfen. Haben wir einmal die Reise angetreten, haben wir unseren RAUM als solchen erst einmal zaghaft in Besitz genommen, stehen wir oft vor einem riesigen Berg alter Kisten und Schachteln, vollgestopft mit Konzepten, Glaubenssätzen und verdrängten Gefühlen. Wir haben quasi den Keller betreten und wissen: “Shit, das müsste ich dringend mal sortieren und/oder entsorgen.”

Um aber genau unterscheiden zu können, was denn nun weg kann, oder was man vielleicht doch noch brauchen könnte, kommt man nicht drumrum, sich den ganzen Plunder halt auch mal anzuschauen. Was mach ich denn z.B. mit der riesigen Kiste ungelebter Gefühle? Was tu ich mit der Schachtel voller Konzepte, die ich immer wieder von mir entworfen habe, aber sie dann doch nicht gebraucht habe, weil ich gemerkt habe, dass sie doch nicht zu mir passen? Ja, allein diese Dinge zu konfrontieren kann einem schon ein bisschen den Tag verhageln, aber ohne sich dessen bewusst zu werden, wird es vermutlich nicht gehen. Und ja, das nimmt auch ein bisschen Zeit in Anspruch.

Aber jetzt stellen wir uns einmal vor, wir hätten diesen unseren Keller tatsächlich aufgeräumt. Ich mein, ein bisschen was steht ja immer rum, aber das ist auch OK, dafür ist ein Keller ja auch da, oder?! Jedenfalls stellen wir uns vor, wir hätten Ordnung in unseren RAUM gebracht und wir hätten alles so geschlichtet, dass der Blick auf das Zentrum unseres RAUMS frei wird. Wir gehen auf dieses Zentrum zu, denn da ist dieses Leuchten, da ist dieses Licht und irgendetwas sagt uns: “Genau da musst Du hin!” Tja und wenn wir uns dann wirklich im Zentrum befinden, wem oder was begegnen wir da? Richtig, dem SELBST.

Meist sitzt es da, das SELBST, zeigt sich nackt und verletzlich und so ganz, ganz anders, als wir uns das vorgestellt haben. Es schaut Dich aus großen Augen an und Dir wird ganz anders, wenn wir Du da hineinsiehst. Denn vor diesen Augen kannst Du Dich nicht verstecken. Diese Augen blicken in Dich hinein, wissen alles über Dich, sie wissen, was in den Kisten war und ist, wissen, welche Kisten Du noch aufgehoben hast, weil Du in ihnen die Konzepte aufbewahrst, die Dir das Gefühl geben, wertvoll und besonders zu sein. Das, was Dich durch diese Augen anblickt weiß, wie viele Konservendosen Du in Dein Regal gestellt hast, damit Du jederzeit genug hast, um Dein Ego zu füttern.

Vielleicht wendest Du Deinen Blick ab, weil Du es kaum aushältst, in diese Augen zu blicken, die Dir sagen, dass Du Dich jetzt entscheiden kannst, wie die Geschichte mit Dir und dem SELBST weitergeht. Du blickst Dich um und erkennst, dass der RAUM Dir plötzlich riesig vorkommt. Er zeigt sich Dir als eine unendliche Leere, weit, so weit. Und plötzlich fühlst Du Dich einsam und verlassen. Du kannst diese Leere fast nicht aushalten. Du möchtest fliehen, Dich wieder im Außen trösten, Dich ablenken von dieser Leere, möchtest nicht länger mit all diesen Kisten voller Unzulänglichkeiten, Ängsten und unerfüllter Träume konfrontiert werden. Aber Du bleibst standhaft.

Du denkst an Dein bisheriges Leben, das wie in einem Film an Deinen Augen vorüberzieht und Du siehst alle Konstrukte und Gedankengebäude, alle Konzepte und Ideen in sich zusammenfallen. Alle Brücken brechen ein, Türme aus Zielen und Wünschen stürzen in sich zusammen. Menschen, an die Du Dein Herz gehängt hast, und die Dich enttäuscht haben, werden wie von einem Sturm weggetragen und übrig bleiben Du und das SELBST.

Nur habt ihr jetzt die Rollen getauscht. Jetzt sitzt Du, klein, nackt und verletzlich auf dem Boden und das SELBST, ein bisschen auch Dein SELBST, steht über Dir, lächelt Dich liebevoll an und reicht Dir die Hand. Du schaust nach oben, siehst wieder in diese Augen, die plötzlich voller Liebe für Dich strahlen und in denen so viel Kraft und Zuversicht leuchten, dass alle Zweifel wie weggeblasen scheinen. Du hörst, wie das SELBST plötzlich Luft holt und zu sprechen beginnt und Dir eine Frage stellt:

“Vertraust Du mir?”

Und in diesem Moment wird Dir klar, was es wirklich bedeutet, wenn wir Menschen von SELBSTvertrauen sprechen. Und was ist mit Dir? Vertraust Du? Wie geht Deine Reise weiter?

#einfachsein #justbe

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