In den letzten Tagen ist mir in meiner „Praxis“ verstärkt etwas aufgefallen, was ich heute ansprechen möchte, und was all die Menschen angeht, die Ähnliches fühlen, aber auch besonders die, die der Auslöser für diese #Montagsinspiration sind.

Es scheint sich nämlich das Vorurteil durchgesetzt zu haben, dass spirituell arbeitende Menschen, die es ehrlich meinen, ein bisschen dumm und leicht auszunutzen sind. Vielleicht ist man auch der Meinung, dass wir unser inneres Kind nicht geheilt haben und von extremem Geltungsdrang getrieben, unsere Dienste anbieten. Andererseits kann es auch sein, dass das Vorurteil herrscht, wir alle hätten ein Helfersyndrom und wollten oder dürften für unsere Dienstleistungen kein Geld verlangen, wenn wir es ehrlich meinen und wirklich auch ganz echt spirituell sind.

All den Menschen da draußen, die das glauben, und die bis jetzt vielleicht sogar ganz gut damit gefahren sind, weil sie in der Lage wahren, die Gutmütigkeit ihrer Mitmenschen dadurch auszunutzen, möchte ich heute ein klares Statement entgegenhalten:

Wir merken das!

Wir sind spirituell, aber nicht blöd.

Wir sind spirituell, aber auch wir müssen Rechnungen bezahlen.

Wir sind spirituell, und was Du bei uns bezahlst, ist die Lebenszeit, die wir für Dich aufwenden, weder unsere Gabe, noch unsere Techniken oder Ausbildungen. Du bezahlst uns für unsere Zeit, für unsere Hingabe, unsere Kraft und Energie.

Gerade weil wir spirituell sind, ist uns bewusst, wie wichtig ein Ausgleich ist. Uns ist bewusst, wie viel Zeit und Herzblut oft in Produkten, Projekten oder Dienstleistungen steckt, die wir kaufen, oder in Anspruch nehmen. Und weil wir spirituell sind, möchten wir unsere Wertschätzung und unseren Dank auch zum Ausdruck bringen. Desgleichen aber möchte ich an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass wir keine Menschen sind, die ihre Zeit und Energie in einem Selbstbedienungsladen zur Verfügung stellen sollten. Wir sind Menschen, die sich aus Respekt und Achtung vor dem Anderen an Vereinbarungen halten und sich nicht darum drücken, unseren Teil einzuhalten, und wir merken, wenn man glaubt, uns ausnützen zu können.

Andere mögen das anders sehen, aber ich glaube, dass jemand, der sich wirklich auf dem spirituellen Weg befindet, mir hier zustimmen wird. Unsere Zeit, unsere Hingabe und unsere Kraft hat einen Wert, oft einen Wert, der mit Geld gar nicht aufzuwiegen ist. Und damit spreche ich für alle Menschen. Ein Mensch, der sich Dir widmet, der Dich in seinen RAUM bittet und einläßt, der sein ganzes Können aufwendet, um Dir zu helfen, oder Dich weiterzubringen, verdient es, genauso achtsam und wertschätzend behandelt zu werden, wie jemand, der Deine Waschmaschine repariert. Weißt Du wie viel Zeit, wie viel Energie, sich solche Menschen nehmen, die Du vielleicht gar nicht wahrnimmst, nur weil Du gerade nicht in ihrer Praxis bist? Weißt Du wie viele Gedanken sie sich machen, wie sie forschen, meditieren und tun, um für Dich Dasein zu können? Weißt Du, wie viel Kraft das manchmal kostet? Es hört nie wirklich auf, denn energetisch seid Ihr verbunden. Da gibt es keine Trennung, nur weil jetzt vielleicht „Feierabend“ ist.

Nein, nicht immer ist der Ausgleich in Geld oder materiellen Werten zu bemessen, das sei an dieser Stelle angemerkt. Aber wenn ich jemanden um seine Dienstleistung ansuche, dann hat diese eben ihren Preis. Und niemand wird sich je darüber beschweren, dass ein Monteur oder Handwerker, Anfahrtszeiten, Material und Arbeitszeit in Rechnung stellt.

Warum also glauben manche von uns, es bei spirituell arbeitenden Menschen als eine Art Voraussetzung annehmen zu können, dass alles gratis sein muss?

Ich bin auch manchmal entsetzt, welche Preise von „KollegInnen“ so veranschlagt werden. Auch ich frage mich, womit diese zu rechtfertigen sein sollen, aber hey, wenn ich mir das nicht leisten möchte, oder kann, dann muss ich ja nicht. Wenn ich aber dann doch jemandem mein Vertrauen schenke, dann beruht dieses Vertrauen dann wohl auch auf Gegenseitigkeit. Quid pro quo, sozusagen. Es ist, wie gesagt, eine Frage des Vertrauens und des Respekts.

Und all diejenigen, die jetzt mit moralisch erhobenem Zeigefinger mit dem Resonanzgesetz wedeln wollen, lasst es! Dieses Gesetz wir meiner Meinung genauso oft überstrapaziert und missverstanden wie das Konzept von Spiritualität an sich. Und oft wird sich dahinter versteckt, um sich einen klugen, spirituellen Anstrich zu geben, wenn ich selbst keine wirkliche Erklärung am Start habe. Nicht alles lässt sich auf diese Art abfertigen.

Es hat auch nichts mit mangelndem Vertrauen ins Leben zu tun, wenn ich in meiner Dienstleistung und Honorargestaltung eine klare Position beziehe, sondern ist tatsächlich Ausdruck eines klaren, wachen und respektvollen Geistes, dem bewusst ist, dass alles im Universum seinen Ausgleich sucht. Ich weiß, wie viele von Euch da draußen kämpfen. Ich weiß es, weil ich viele Menschen auf ihrem Weg in eine spirituelle Praxis begleite und begleitet habe. Ich weiß, wie viele von Euch da draußen den Wunsch haben, mit Ihrer Gabe, mit ihren Talenten und ihrem Herzen anderen Gutes zu tun. Und ich weiß, wie viele sich beinahe schämen, wenn sie dafür etwas verlangen. Tu das nicht!

Schäm Dich nicht! Hadere nicht! Was immer Du tust, wo immer Du arbeitest, was immer Du anbietest, Du hast Dir Respekt, Anerkennung und einen angemessenen Ausgleich verdient. Lass Dir das niemals ausreden, oder von Menschen madig machen, die nur von Dir profitieren, sich selbst aber einen spirituellen Anstrich geben wollen.

Es geht mir nicht darum, anderen nicht eine helfende Hand zu reichen, wenn ich kann und es sich richtig anfühlt. Das werden zahlreiche Menschen bestätigen können. Ich habe noch nie jemanden im Regen stehen lassen. Aber auch für mich gilt, wie für Dich: Ich bin vielleicht spirituell, aber sicher nicht blöd! #einfachsein #justbe

(c) Bild & Text: Stefan Trumpf, darf aber gern geteilt werden.

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