Nun ist der Teddy wahrlich nicht mehr neu in der Welt des Schriftstellertums. Zwei Bücher sind komplett fertig und die nächsten beiden sind im entstehen. Und doch war es vergangenes Wochenende das erste mal (bedingt durch Corona) das ich mit euch live bei einer Lesung von Angesicht zu Angesicht beisamen sass und euch vorlesen durfte aus meinen Werken. Es war wundervoll und hat mir (und ich hoffe euch ebenso) so viel Spass gebracht. Im Kerzenschein in einer tollen Location mit einem Cocktail bewaffnet, lauschten mir zehn Menschen bei Auszügen aus der Fantasywelt von "Taski" und meinem Krimi-Thriller "Gestern war heute". DANKE AN ALLE DIE DABEI WAREN, ihr seid fantastisch! Ich freue mich schon auf das nächste mal.

Komplex, das ist das Zauberwort der aktuellen Stunde. Nicht nur, war der Aufbau der Location für das Lesungsevent sehr umfangreich (aber es hat sich gelohnt, ich zerre immer noch von diesem schönen Abend), sondern ebenso die immer stärker wachsende (Roman)Welt rund um Taskil. Mit all ihren Charakteren, Handlungen und Orten generierte sich langsam ein Übermaß an "konfuser Gehirnüberladung" .. jedenfalls von Zeit zu Zeit. Keine Angst, es ist weiterhin alles in meinem kranken Kopf und der rote Faden wird mir nie verloren gehen, schliesslich habe ich mir all den Kram ausgedacht. Doch mitunter verliert man ab und zu (oder gerade deshalb weil) weil man ein Autor ist, doch gerne mal den Überblick über alles, was einem da aktuell, oder vor längeren, im Kopf rumgespuckt ist.

Es gibt verschiedene Ansätze, die Autoren hier nutzen und diverse Modelle, die gefahren werden um den Schreibprozess für ein Buch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Bis der berühmte letzte Tastendruck auf die Entertaste, vorzugsweise nach einem Punkt, Ausrufezeichen oder dramatischer drei Punkte, gedrückt wird...ist es ein langer Weg. Ich persönlich war nie ein Freund von Brainstorming Apps, Visualierungen und ähnlichen. Mich hat es schon wahnsinnig gemacht in den Anfängen früher ein Schreibprogramm wie Word, Pages usw zu nutzen. Diese Programme sind eben für allen Arten von Textverarbeitung gedacht und bürgen mit ihren überladenen tausenden Knöpfen und Schaltflächen (für mich persönlich) für ein enormes Ablenkungspotential. Da lernte ich Ulysses kennen, was in aller erster Linie eine Schreibsoftware, dediziert für Schriftsteller, Autoren, Blogger und ähnliche, darstellt. Ein "Mark Down" Programm, das auf Wunsch vollständig mit Tastaturkürzeln betrieben werden kann und vollständig auf viele ablenkende Schaltflächen verzichtet und sich über die Jahre zu "dem" Instrument meiner Arbeit entwickelt hat. Es hat so viele speziell auf meine Zunft zugeschnittene Features, dass ich gar nicht mehr wüsste, wie ich ohne dieses Stück Software "in Ruhe" arbeiten könnte. Es verhilft mir dazu "distraction free" zu arbeiten. Doch ich schweife ab, ein typischer Makel meines Charakters und, so darf ich wohl behaupten, vielleicht auch eine der besten Eigenschaften die ein Schriftsteller sein eigenen nennen darf.

Der eigentliche initiale Grund für diesen Beitrag hier, ist wie eingangs erwähnt die "konfuse Gehirnüberladung", die sich bei mir zu weilen einstellen kann, wenn alles sehr komplex wird in den Storywirrungen meiner Geschichten. Darum habe ich mich, etwas widerstrebend, an das berühmte hippe "Mind Mapping" gewagt und mir eine Software für das visualisieren von Ideen zur Brust genommen. Menschen der verschiedensten Berufe nutzen Mind Mapping und ich selbst habe es immer ein wenig borniert abgetan. Doch, wenn ich eines kann, dann wohl zähneknirschend von Zeit zu Zeit zugeben, dass ich mal wieder zu voreilig mit Urteilen bei der Hand war. Oder sollte man sagen "Feder", beziehungsweise "Tastatur" als Autor? Na ihr wisst schon, was ich meine. Lange Rede kurzer Sinn, das Mind Mapping ist eine Offenbarung. Einmal begonnen die komplexe Welt meines Fantasyromans "Taskil" zu visualisieren, sprudelten viele Einfälle und lösten sich erfolgreich Knoten zum fortführen von vormals verzwickten "Plot Holes" die ich mir selber eingebrockt hatte. Und so wurde es schnell eine riesige Karte mit hunderten kleiner Bubbles, Verzweigungen, Anmerkungen und Verweisen. Herrlich übersichtlich für frische Denkansätze meiner fragwürdigen Gehirnwindungen. :)

Aktuell nutze ich das Programm "Mind Note", was nur eines unter hunderten darstellt die alle mehr oder minder die gleiche Funktion haben. Sie helfen grafisch einen Überblick über Fakten, Verzweigungen und Möglichkeiten zu geben. Taskils Band 2 und 3, welche nun parallel geschrieben werden, noch während Band 1 auf seine Veröffentlichung wartet, profitieren die letzten Tage enorm von dieser neuen Bereicherung in meinem Workflow.

So denn, ihr neugierigen ersten zehn Follower, die dieser kleine Account aktuell sein eigenen nennen darf, ich wünsche euch einen fantastischen sonnigen Samstag, während der Teddy nach einem Spaziergang im Wald nun am Schreibtisch sitzt. Er wäre gerne noch eine Stunde weiter spazieren gegangen, glaubt ihm das, wirklich! Aber Hallturm, Riv Dan Colder und all die anderen Intigraten des offenen Rates haben nach ihm gerufen. Sie wollen weitere Machenschaften vollführen und das geht nur....wenn ich sie auch zum leben erwecke und niederschreibe. Im übrigen dürfte dem einen oder anderen, welcher der Deutschen Rechtschreibung- und Grammatik fähig ist, einige Fehler in meinen geschriebenen Zeilen aufgefallen sein. Das hat einen ganz simplen Hintergrund: Ich bin (bitte lacht jetzt nicht) Legastheniker. Das gerade ein Autor diese Schwäche hat, ist ohne Zweifel ärgerlich aber keineswegs ein Grund deshalb keine Bücher zu schreiben. Für die fertigen Werke, die später gedruckt in eure Hände wandern, helfen tolle Lektoren vorab, alles wieder für die Narzisten von Satzbau und Rechtschreibung in die heile Welt zu rücken ;) Bis dahin kann ich mich raus reden mit "Rechtschreib und/oder Grammatikfehler sind volle Absicht und dienen einzig und alleine eurer kollektiven Belustigung"

IN EIGENER WERBUNG darf ich mir noch erlauben zu erwähnen, dass jeder der meine bisherigen Arbeiten interessant findet, kann mich auf freiwilliger einmaliger (oder monatlicher) Basis mit einer Kaffeespende hier auf buymeacoffee.com/teddyautor unterstützten. Ein Kaffee stellt dabei immer 5 Euro da und ihr könnt selbst entscheiden wie viele ihr mir rüberschicken wollt. Jeder einzelne hilft mir in diesen Zeiten damit ich frischer weiter arbeiten kann. Für Leute die mich monatlich unterstützen wollen, gibt es die Bronze, Silber und Gold Mitgliedschaften (ohne Verpflichtungen, jederzeit stoppbar) welche mit coolen Goodies aufwarten (Behind the Scenes Infos, Skripts, Kurzgeschichten, kleine Behind the Scenes Filme und Rabatte auf Lesungen und natürlich die Bücher). Es würde mich freuen, aber nur...wenn ihr euch auch freuen würdet mich zu unterstützen. zwinker

"Lange Tage und Nächte, ich sag euch meinen Dank" würde Roland Deschain von Gilead jetzt sagen.

Euer Teddy