Am Abend des 4. Dezember entschied ich, am nächsten Tag spontan in den Schwarzwald zu fahren. Bevor ich 100 Kilometer in den Schwarzwald fahre, sollten die Bedingungen für eine außergewöhnliche Lichtstimmung gegeben sein. Alle 2 Tage schaue ich mir die Wettermodelle an um herauszufinden, ob sich eine Fototour lohnt. Am Abend noch schnell die Akkus an die Steckdose und die Winterkleidung aus dem Schrank geräumt. Die Vorfreude war groß. Den letzten Schnee sah ich im März 2019 während der Fotoreise nach Norwegen.

Nachdem ich die Autobahn verließ und den Schwarzwald aus weiter Entfernung erblickte, wurde mir klar, dass der Schnee nur auf über 900 Höhenmetern liegt. Bevor es vom Tal hinauf auf 1100 Höhenmeter ging, deckte ich mich mit Essen & Trinken vom örtlichen Bäcker ein. Mein erstes Ziel war der Schliffkopf im Nordschwarzwald. Dort ankommen noch schnell die Wanderschuhe angezogen und eine Brezel für den kleinen Hunger gegessen. Der Schliffkopf steht unter Naturschutz. Die Wegen dürfen nicht verlassen werden, da die Natur und Fauna dadurch geschädigt wird. Deshalb ist es eine besondere Herausforderung dort einen schönen Bildaufbau zu finden.

Über 2 Stunden lief ich umher um die schönste Perspektive zu finden. In den Tagen zuvor fiel Schnee, jedoch nicht genügend um den Boden & die Pflanzen zu überdecken. Nach der Rückkehr zum Auto sah ich wie der Nebel durch die Täler zog. Schnell montierte ich mein Teleobjektiv auf meine Nikon Z7 und fotografierte die schöne Stimmung.

Immer wieder schaute ich auf mein Smartphone um das Wetterradar zu beobachen. Das Highlight des Abends sollte ein Abendrot werden. Gegen 14 Uhr erreichte ich den Parkplatz an der Bühler Höhe. Von dort lief ich nach Westen in den Wald hinein, um ein neues Fotomotiv zu scouten. Am Felsen angekommen merkte ich, dass dieser keinen ordentlichen Vordergrund hatte. Über meine Wanderapp Komoot schaue ich nach weiteren Felsen. Der nächste potentielle Fotospot mit Aussicht war eine 30-Minuten-Wanderung entfernt. Soll ich da wirklich hinlaufen? Diese Frage stellte ich mir die ganze Zeit, während ich am ersten Motiv umherlief um einen schönen Bildaufbau zu finden.

Egal, ich lief zum anderen Felsen. Wenn der Sonnenuntergang wird, wie es vorhergesagt wurde, ist die Location nur zweitrangig. Ich zog meinen Rucksack mit 14 Kilo wieder auf und wanderte zum zweiten Motiv. Dort ankommen zwei Kameras aufgebaut und eingerichtet. Eine für Zeitraffer und eine für normale Landschaftsfotos.

Über eine Stunde bis Sonnenuntergang. Innerhalb von 30 Sekunden wurde bei Sonnenuntergang aus einen grauen Himmel ein Feuerwerk der Farben. Solche Farben habe ich noch nie gesehen. Leider lag an dem Fotospot kein Schnee. Ein weiterer Grund nochmal das Motiv zu besuchen :)