Long Time no see, Freunde!

Wir waren ziemlich beschäftigt in letzter Zeit, und sowohl Reisen als auch Videos bearbeiten und dann noch Fotos und schreiben..ich bin immer noch dabei einen Rhythms zu finden mit dem ich die Reise genießen kann weil das ganz klar im Vordergrund steht, aber ich möchte auch trotzdem diesen "Blog" und Youtube und Instagram pflegen und das passt manchmal nicht so gut zusammen.

Habt Geduld mit uns bitte❤️

Anyways, wo waren wir stehen geblieben?

In Monteverde?! Das ist gefühlt ewig her...Seitdem sind ein paar Dinge passiert!

Wir haben 4 Wochen in einem Hostel in Santa Teresa gearbeitet, dort einen Quadunfall gehabt und irgendwie überlebt, Besuch aus Deutschland erhalten, ein bisschen gesurft, und viel gearbeitet. Anschließend nach mit dem Bus und Freunden nach Panama dort viel gesehen, mit dem Boot nach Kolumbien und nun sind wir hier...aber erstmal berichten wir was in Santa Teresa so passiert ist:

Wir waren in einem Hostel, dem Salty Enthusiats, oder einfach nur Saltys. 

Salty, Home of Enthusiasts & Adventurers - Santa Teresa, CR

Salty Enthusiasts - Santa Teresa, CR

Der Eigentümer Uky war wirklich ein toller Kerl! Die erste Woche war entspannt, wir haben verschiedene Wände gestrichen und nachgebessert, das Grundstück gepflegt, eine Couch zerlegt, und uns um die Check Ins und Outs gekümmert.

Bei der Arbeit - Santa Teresa, CR

Es war meistens so das wir (Anne und ich gemeinsam) entweder die Schicht von 8:00 - 13:30, oder von 13:30 - 19:00 hatten. Uky hatte meistens anderes Zeug zu tun. Als dann seine Mutter noch zu Besuch aus Argentinien kam hat es sich schleichend ergeben, dass wir getrennte Schichten hatten (Anne morgens, ich abends), somit den ganzen Tag gemeinsam da waren und Uky nur sporadisch gesehen haben. Manchmal ging unsere Morgenschicht auch bis 16:00 Uhr und wir haben dann im Endeffekt viel mehr gearbeitet als wir eigentlich hätten sollen. Anne und ich sind beide nicht besonders gut im “Nein” sagen, und wir wollten ja schließlich auch einen guten Eindruck hinterlassen. Naja...Die Volunteers die nach uns kamen hatten schon deutlich mehr Erfahrung mit Workaway gesammelt und haben uns aufgeklärt, dass es so eigentlich nicht laufen sollte. Workaway ist primär dafür da von Menschen zu lernen und Anderen zu helfen. Wir hingegen haben an manchen Tagen den ganzen Laden geschmissen und mir ist unklar wie Uky das Ganze ohne uns geschafft hätte. Insgesamt würde ich sagen, dass wir eine ganze Menge lernen durften über die Führung eines Hostels und das ganze organisatorische rings herum als auch darüber was wir in einem Workaway das nächste Mal nicht haben möchten.

Aber wir haben nicht ausschließlich gearbeitet.

Ich am Playa Hermosa, CR

Surfen surfen surfen, den ganzen Tag - Santa Teresa, CR

Playa Malpais, CR

Ein Surfer am Abend - Santa Teresa, CR

Wir waren viel am Strand unterwegs, haben dort Pina Coladas geschlürft und ich habe eine Surfstunde genommen. In Santa Teresa dreht sich wirklich alles um Surfen und Yoga, wir waren im Lalora feiern und ich war sogar einmal mit ein paar Gästen aus den USA auf einem Angeltrip!


Black Fin Tuna halten sich ganzjährlich in den warmen Pazifikgewässern um Santa Teresa auf - Playa Malpais, CR

Und wir haben uns von Uky das Quad ausgeliehen für zwei Tage als er nach San Jose musste um etwas zu erledigen.
Lange Geschichte kurz, wir hatten damit einen Unfall und das hat unsere restliche Zeit dort schon sehr geprägt.

Ich wollte nach einer abendlichen Ausfahrt zum Strand noch erkunden wo eine bestimmte “Straße” bzw. loser Schotterweg hingeht. Es war dunkel und die Stirnlampen waren besser als die Beleuchtung des Quads, aber im Nachhinein doch nicht ausreichend. Der Weg führte ungefähr 800m einen Berg hinauf und ging dann um eine scharfe Kurve die ich im Dunkeln nicht gesehen habe, der Weg geradeaus war nicht befahrbar.

Unbenannte Straße, zwischen Playa Hermosa und Santa Teresa, CR

Ich hielt das Quad an, aber aufgrund der Neigung rutschte das Quad rückwärts. Ich probierte alles mögliche, verlor aber schlussendlich die Kontrolle und wir fielen einen Abhang hinunter.

Unbenannte Straße, zwischen Playa Hermosa und Santa Teresa, CR


Unbenannte Straße, zwischen Playa Hermosa und Santa Teresa, CR

Anne konnte nach 5-6 m abspringen, ich selbst bin noch ca. 50 m mit dem Quad den Abhang runtergefahren und dann irgendwie vom Quad gesprungen und lag neben einem Baum. Das Quad selbst lag bestimmt 100m weiter unten zwischen zwei Bäumen eingekeilt. Anne hat nach Hilfe geschrien und glücklicherweise kamen uns ein paar Einheimische mit Lampen zu Hilfe. Anne kam zu mir runter, hat auf dem Weg noch Kreditkarte, Stativ, Schuhe und Stirnlampe gefunden. Ich war nach wenigen Minuten auch wieder ansprechbar, habe jedoch viel wirres Zeug geredet und bin mit Anne noch den steilen Hang hoch gelaufen. Die Einheimischen "Ticos" haben uns dann in die Notaufnahme gefahren.
Ich selbst habe keine Erinnerung mehr von dem Zeitpunkt als wir in die “Straße” eingebogen sind, bis zu dem Punkt als ich in der Notaufnahme von den Rettungsschwimmern in Santa Teresa aufwache. Mein Oberkörper wurde geröngt und eine Rippe sah garnicht gut aus, also ab in den Krankenwagen nach Tambor zum lokalen Flughafen, von dort mit dem Krankentransport per Flugzeug nach San Jose ins CIMA Hospital. Die Krankenkasse übernimmt alles. Da Anne, bis auf ein paar unangenehme Schürfwunden am Bein, unverletzt ist kümmert sie sich um das ganze Organisatorische mit der Versicherung. Eine Freundin aus dem Hostel hilft uns mit der Kommunikation mit den Sanitätern.

Der Unfall ereignete sich ca. 21:00 abends, im Krankenhaus komme ich ca 2:00 Uhr nachts an. Dort wird erstmal nichts gemacht, weil ein Dokument von der Krankenkasse fehlt, 11:00 Uhr mittags bekomme ich dann ein CT.

Alles gut. Keine Brüche, keine Gehirnerschütterung, nichts. Die Rippe ist hart geprellt, gibt sich aber von selbst wieder mit etwas Zeit meint der Arzt. (Ich merke die Rippe jetzt, 6 Wochen später noch bei manchen Bewegungen, aber im Alltag habe ich damit keine Probleme). Nachmittags 15:00 verlasse ich das Krankenhaus, ohne Schuhe, da ich die im Unfall verloren habe und steige in ein Shuttle direkt nach Santa Teresa. Ziemlich genau 24h nach dem Unfall komme ich wieder dort an. Anne und ich sind beide durch den Wind, der Schock über das was passiert ist saß uns wirklich tief in den Knochen. Wir bekommen beide ein paar Tage frei, dürfen im alten Zimmer von Uky schlafen ,was AC hat und schön kalt ist. Die ersten Tage waren echt nicht angenehm mit der Rippe.. eine Woche später war es aber schon wieder viel besser. Das Quad musste natürlich repariert werden, da es komplett schrott war. Die ganze Klärung mit der Versicherung ist noch ausstehend, mal sehen wann sich das aufklärt.

Das Ganze ist am 5.10.2021 passiert, einen Tag nach meinen eigentlichen Geburtstag. Anne und ich  werden an dem Tag ab jetzt vermutlich einen zweiten Geburtstag feiern, weil das auch ganz anders hätte ausgehen können.

Am 24.10 verlassen wir Santa Teresa, ich bin wieder fit fürs Reisen und wir nehmen direkt am Abend desselben Tages den Bus nach Panama City.

Und die Moral aus der ganzen Sache?
Reisen ist nicht ungefährlich. Man erlebt jeden Tag Neues, was auf der einen Seite natürlich spannend und aufregend klingt und auch ist, aber auf der anderen Seite ist man jeden Tag in Situationen in denen man noch nie vorher war, prinzipiell 80% der Zeit außerhalb der eigenen Komfortzone und damit häufig auch in Situationen die man nicht einschätzen kann. So wie ich als ich der Meinung war den Berg hochfahren zu können. Ich habe garnicht daran gedacht dass das nicht nur aufregend, sondern auch gefährlich ist, besonders nachts! Ich hab in dem Moment auch nicht dran gedacht das ich die Anne mit habe, was soll schon passieren? Quad bin ich schließlich in den USA schon gefahren und da hab ich auch krasses Zeug gemacht und nie ist was passiert...dachte ich.
Das Ganze hat mir die Augen geöffnet.
Anne und ich hatten Glück und tausende Schutzengel.

Passt auf euch auf wenn Ihr unterwegs seid, wenn Ihr in irgendeiner Situation ein ungutes Gefühl habt, hört darauf und kommuniziert das mit den Menschen um euch!
Na klar, sollt ihr neues Erleben und Dinge ausprobieren, genau darum gehts es beim Reisen ja auch.. aber bitte bitte bitte, denkt an eure Liebsten.

Viel Liebe

Hans und Anne