Die ersten 12 Tage unserer Reise haben wir im Hostel Cascada Verde verbracht. Wir haben eine Menge interessanter Menschen kennengelernt und einen krönenden Abschluss mit internationalem Bierpong Turnier gefeiert. Anne und ich, Team Alemania, sind leider im Halbfinale gegen das Team Italy ausgeschieden. Der Abend war unvergesslich und hat uns den Abschied von allen neu gewonnenen Freunden nicht gerade leicht gemacht, aber daran sollten wir uns wohl gewöhnen.

Für uns ging es am nächsten Tag erstmal nach Sierpe, ganz in den Süden von Costa Rica. Hier befindet sich der legendäre Corcovado Nationalpark. Es gibt wenige Orte auf der Erde, die soviel Biodiversität beheimaten wie dieser Park. Man kann Pumas, Jaguare, Tapire sowie eine Unzahl an Vögeln, Reptilien und Insekten beobachten.

Die Insel "Isla del Caño" befindet sich ebenfalls ganz in der Nähe.

Isla del Caño - Costa Rica

Auf der Insel gibt es lediglich eine Rangerstation, sowie eine Station für biologische Studien und Beobachtungen. Ohne Sonderberechtigung darf niemand einen Fuß auf diese Insel setzen. Man darf jedoch an einem schmalen Streifen an der Nordküste schorcheln gehen - ausschließlich mit Guide versteht sich. Die Gewässer in einem Umkreis von 3 Seemeilen um die Insel sind für kommerzielle Schifffahrt sowie jeglichen Fischfang gesperrt. Da die Insel vulkanischen Ursprungs ist bietet das Gestein ringsherum hervorragende Bedingungen für Korallen und damit Lebensraum für alle möglichen Meeresbewohner. Schildkröten, Fische in allen Farben des Regenbogens, Delfine und Wale (saisonal). Der Schnorchelspot an der Insel zählt zu den besten den der Pazifik in diesen Breiten zu bieten hat, weshalb wir diese Tour unbedingt machen wollten.

Unser Hostel in Sierpe war bei weitem nichts besonderes, aber wir waren hier um den Park und die Insel zu sehen, also kein Problem. Sierpe ist eine kleines Dorf und kaum touristisch, da die meisten Touristen das Taxi-Boot nach Drake Bay nehmen. Die Bucht ist während der Regenzeit nur per Boot und Flugzeug erreichbar und beheimatet viele Hostels und Restaurants, also ein richtiger Touri-Hotspot. Wir wollten in Sierpe bleiben und wurden bei unserer Ankunft mit einem Fußballspiel der hießigen Kreisklasse begrüßt. Das Spiel fand auf einem Platz statt, den man wirklich nur als Acker bezeichnen kann. Das ganze Dorf war auf den Beinen um zuzuschauen. "Sonntag ist dein Platz auf dem Fußballplatz" ist also nicht nur in Deutschland Tradition. Gebucht haben wir 3 Nächte. So hatten wir 2 volle Tage vor Ort. Am ersten Tag gings Schnorcheln. Früh um 8 fanden wir uns am Steg ein. Wir waren die einzigen die sich an diesem Tag für die Tour angemeldet hatten das bedeutet: Privat-Tour mit persönlichem Guide - besser gehts nicht. Nach 2h mit dem Boot durch Mangrovenwälder und den sehr aufgewühlten Gewässerabschnitt, an dem der Sierpe River auf den Pazifik trifft, erreichen wir unser Ziel. Das Wasser ist leider nicht optimal, aufgrund der stürmischen letzten Tage befindet sich mehr Sediment als sonst im Wasser und es ist etwas trüb. Zu sehen bekommen wir trotzdem eine ganze Menge Meeresbewohner. Nach zwei Stunden im Wasser gehts es zurück nach Sierpe mit Zwischenlandung an einem einsamen Strand. Dort bekommen wir ein sehr gutes Mittagessen zubereitet: Ananas, Wassermelone, Sandwiches und eine frische Kokosnuss. Zurück im Hostel stellen wir fest, dass wir uns unglaublich verbrannt haben - Sonnencreme ist ein echtes Muss hier! Zum Abendbrot gibt es Pinto (Reis mit schwarzen Bohnen) vom Vortag. Danach fallen wir müde aber glücklich in unser Bett und freuen uns auf die Tour durch den Park am nächsten Tag.

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht geht es am nächsten Morgen 8:00 Uhr wieder mit dem Boot raus, dieses mal zur Rangerstation San Pedrillo im Corcovado Park. Unsere Gruppe besteht aus zwei Mädels aus Frankreich sowie zwei Amerikanerinnen und ein Guide. An jeder Rangerstation gibt es zwei Trails zum Laufen sowie einen weiteren Trail, der die Rangerstations miteinander verbindet. Die Trails sind nicht lang, aber da es soviele Tiere und Pflanzen zu beobachten gibt, brauchen wir trotzdem eine ganze Weile. Insgesamt sind wir 3,5 h unterwegs. Beschreiben kann man das garnicht alles, deswegen lasse ich die Bilder für sich sprechen:

Krokodil am Strand, Sierpe - Costa Rica

Fledermäuse schlafen tagsüber im Blatt einer Bananenstaude, Corcovado - Costa Rica

Blauer Morphofalter oder Himmelsfalter, Corcovado - Costa Rica

fröhlich kauender Tapir, Corcovado - Costa Rica

Tour durch den Park, Corcovado - Costa Rica

Auf der Tour haben wir uns mit den zwei Franzosinnen angefreundet und festgestellt, dass die mit ihrem Mietwagen nach Drake Bay fahren möchten. Wir haben den Beiden geraten nocheinmal mit einem Guide zu sprechen, da das zur Regenzeit echt gefährlich ist. Sie entschieden sich dann doch in Sierpe zu bleiben und das Risiko nicht einzugehen. Da es im Ort nur ein Hostel gibt, nämlich unseres, verbrachten wir den Abend zusammen und stellten fest, dass die beiden am nächsten Tag nach San Jose fahren wollten. Das passte super zu unseren eigenen Plänen und so mussten wir am nächsten Morgen nicht mit dem Bus fahren, sondern konnten entspannt um 7 Uhr in den Mietwagen steigen und wurden mitgenommen. Genau um 12 Uhr mittags waren wir in San Jose, um unseren Bus nach Puerto Viejo an die Karibikküste zu bekommen...doch die Fahrt wurde einfach abgesagt. Also zwei Stunden warten und dann nochmal 5 h Bus fahren. Gegen 19:30 Uhr kommen wir in unserem Hostel an der Karibikküste an. Es war ein langer Tag, der aber noch nicht vorbei sein sollte. Am 15.09. wird nämlich die Unabhängigkeit Costa Ricas gefeiert - dieses Jahr sogar 200 Jahre Jubiläum! Die Feier fällt aufgrund von Corona jedoch deutlich kleiner aus als erwartet. Ist uns ganz recht, denn wir sind echt müde. 23 Uhr fallen wir erschöpft ins Bett.

Karibik Vibes, Puerto Viejo - Costa Rica

Unseren Besuch in Puerto Viejo haben wir nicht ohne Grund als nächstes angestrebt: Ein paar unserer neuen Freunde aus Uvita sind ebenfalls hier! Kim aus Deutschland, Oci der aus den USA kommt aber seit ein paar Jahren in Costa Rica lebt, Allesandro aus Italien, Christina aus Costa Rica sowie Alfy und Herby aus England. Eine bunte Truppe also. Wir verbringen die vier Tage mehr oder weniger zusammen. Eine Tour zu den Wasserfällen mit der ganzen Bande, viel Zeit am Strand und ein Hike im Cahuita Nationalpark.

Anne im Cahuita Nationalpark, Cahuita - Costa Rica

Abends sind wir im Selina Hostel mit DJ, Bier und Tequila. Wir hatten Anfangs nur für drei Tage gebucht und eine Verlängerung war nicht möglich. Also mussten wir in ein neues Hostel umziehen: das Rocking J´s. Hier schliefen wir das erste mal in einem Dorm - einem Raum den man sich mit mehreren Menschen teilt. Dieser Dorm war jedoch besonders: statt Betten gab es Hängematten. Für zwei Nächte sollte das gehen dachten wir. Anne hatte ja schoneinmal in Kolumbien in einer Hängematte geschlafen, ich selbst hatte das noch nie gemacht und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht! Es war wirklich angenehm und deutlich erholsamer als ich dachte!


Hängematten-Dorm im Rocking Js, Puerto Viejo - Costa Rica

Es war mittlerweile Wochenende geworden und unzählige Ticos (Einheimische) verbrachten ihre freie Zeit ebenfalls in der Karibik. An den Stränden wurde ausgelassen gefeiert, gegrillt und das Leben genossen, ganz nach dem Motto "Pura Vida". Die karibischen Vibes haben uns echt zugesagt und wir sind sicher, dass wir bald wieder in diese Richtung reisen werden, aber vorerst ist auch dieses Kapitel abgeschlossen.

Nächster Halt: La Fortuna, am Fuße des Volcano Arenal.


Truck auf der Straße zwischen San Jose und Ciudad Quesada - Costa Rica

Im Bus treffen wir Allesandro, der den selben Bus nimmt, das gleiche Ziel hat und dann auch noch im selben Hostel bleibt wie wir - Zufälle gibts! Dazu kommt Alexandra aus Österreich und Angelika von den Kanaren, die wir ebenfalls im Bus treffen. Wir sind also wieder eine bunte Truppe.
La Fortuna ist sehr touristisch und ich bin mittlerweile wirklich froh, dass wir in der Nebensaison hier sind. Die Unterkünfte sind günstiger, es ist insgesamt weniger los und man findet noch Platz im Restaurant.

Anne und Alexandra mit dem Volcan Arenal im Hintergrund, La Fortuna - Costa Rica

Wasserfall Rio Celeste - Costa Rica

Wir sind vier Tage geblieben und haben mehrere Tagetouren gemacht. Ein Tag zum Rio Celeste, den anderen Tag ging es nicht ganz legal und bei strömendem Regen auf einen Vulkan hoch und anschließend verbrachten wir einen ganz entspannten Tag am Fluss mit natürlichem Schwimmbecken.

Wir haben uns mit Allesandro und Alexandra mittlerweile echt gut angefreundet und beschlossen noch Stück gemeinsam zu reisen. Unser nächstes Ziel: Monteverde. Mit Shuttel und Fähre kommen wir von La Fortuna über den Lake Arenal nach Santa Elena.

Volcan Arenal von der West-Flanke auf unserem Weg nach Santa Elena - Costa Rica

Unsere Ziplining Tour am ersten Tag ist aufgrund von Unwetter leider ausgefallen uns so nutzen wir den Tag für etwas Arbeit, Video schneiden, Bilder sortieren etc. Das Ziplining war heute. Die Tour war echt mega, aber deutlich kürzer als erwartet. Gegen 10 Uhr waren wir bereits wieder im Hostel. Allesandro schaut Fußball, ich schreibe diesen Post, in ein paar Minuten gehts einkaufen. Heute gibt es echte italienische Pasta. Das Leben ruft, ich muss los.

Bis bald.

Den nächsten Post schreib ich aus Santa Teresa.
Bis dahin findet Ihr hier alles wichtige: https://lnk.bio/hansventuries

Liebste Grüße

Hans und Anne