Von Panama gings mit dem Boot nach Kolumbien. Wenn Ihr das Youtube-Video darüber noch nicht gesehen habt, dann aber schnell!

https://youtu.be/pPTYjM7bmS4

Unsere Ankunft in Cartagena erfolgte gegen Mitternacht. Wir schliefen alle noch auf dem Boot und bekamen sogar noch ein Frühstück aufgetischt für das der Captain extra früher an Land einkaufen war. Porridge, Brot der Kuna, eine Tonne Rührei, etwas Obst und am wichtigsten: Kaffee. Unser Captain kennt den zuständigen Beamten bei der Einreisebehörde und kann den ganzen Vorgang beschleunigen. Wir warten auf dem Boot während er sich um alles kümmert. In der Zwischenzeit quatschen wir mit den anderen Fahrgästen bezüglich Ihrer Pläne in Kolumbien und stellen fest das die beiden Schweizer ähnlich wie wir Zeit in Cartagena verbringen möchten. Wir verstehen uns gut mit dem Pärchen und entscheiden gemeinsam, dass wir nach einem AirBnB schauen sollten, da man das zu fünft (Anne, Kim, Martina, Simon und Ich) damit sogar günstiger kommen als in einem Hostel. Dazu kommt, dass wir die letzten Tage auf engstem Raum zusammen mit den anderen verbracht hatten und jeder mal wieder seinen eigenen Platz haben wollte. Wir finden direkt in Getsemanie ein Angebot mit 3 Schlafzimmern, 3 Bädern und einer kleinen Küche. Das Viertel gehört zur Altstadt von Cartagena und ist herrlich bunt. Pünktlich um 10 Uhr kommt der Captain wieder und gibt uns unsere Pässe mit dem Einreisestempel für Kolumbien zurück. Ein kleines aber feines Detail: Bei Einreise am Hafen bekommt man im Pass auch einen Stempel auf dem ein kleines Boot ist!

Das Boot ist unten links in der Ecke ganz klein

Cartagena ist Panama City ähnlich - modern und gleichzeitig sehr traditionell - Cartagena, Kolumbien

Am Abend der Ankunft lädt unser Captain noch zum BBQ in seinem Haus ein. Er wohnt dort mit einem Brasilianer zusammen, der wohl ein richtiger BBQ-Meister wäre und normalerweise nur von gehobeneren Gesellschaften gebucht wird, um am Grill zu stehen. Für uns macht er das einfach so und wir müssen lediglich das delikate Fleisch bezahlen was am Abend auf dem Grill landet. Wir lassen uns drauf ein und der Abend wird zur besten House-Party die ich je erlebt habe. Eine Freundin vom Captain hat zufällig am gleichen Tag Geburtstag und wird spontan ebenfalls mit eingeladen. Sie ist in der Musikszene aktiv und bringt einen professionellen DJ samt Set mit, der die ganze Nacht auflegt. Die Nachbarn sind ebenfalls mit da, damit sich niemand über den Lärm beklagen kann und das Essen ist wirklich ausgezeichnet! Es gibt Rum-Cola für alle, mit Limetten vom Baum im Garten, die Musik ist richtig richtig gut und ich erinnere mich kaum noch wie ich nach Hause gekommen bin - was für einen gelungenen Abend spricht! Jemand hat so gegen 2 Uhr ein Taxi gerufen und wir sind wohlbehalten im Airbnb wieder angekommen.

Der wirklich auffällige Unterschied zur deutschen Grillkultur ist, dass nicht alles auf einmal gegrillt und gegessen wird, sondern das immer so eins nach dem anderen fertig wird und dann Häppchen an alle verteilt werden. Da wir dann doch wirklich viele waren, war das Essen mengentechnisch fast etwas zu wenig, aber der Geschmack und die Getränke haben das ganz gut ausgeglichen.

In der Stadt verbringen wir insgesamt 3 Tage. Wir schauen uns die Altstadt an, unternehmen einen Ausflug in ein altes Augustiner Kloster was noch aus den Zeiten der Spanier hier steht und gewöhnen uns daran wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Es ist tatsächlich so, dass es am Morgen nach dem Aufstehen besonders schaukelt (und das liegt nicht nur am Alkohol nach dem BBQ!) der Körper stellt den eigenen Gleichgewichtssinn so schnell auf das Schwanken des Bootes ein, dass es natürlich dann auch eine Umstellung ist, wenn es auf einmal nicht mehr schaukelt.

Kolumbien ist nochmal eine ziemliche Umstellung zu Panama. Alles ist günstiger, alles ist laut und dreckig, überall spielt Musik und es wird gehupt was das Zeug hält. Cartagena ist eine große Stadt mit ziemlich vielen Menschen. Jeder möchte einem etwas verkaufen: Obst, Sonnenbrillen, kaltes Wasser oder Bier, Armbänder oder einfach eine Fernbedienung. Einmal kam sogar einer vorbei der Waschlappen, kleine Handtücher und Socken verkaufen wollte - Sie versuchen es wirklich mit allem. Wie auch immer sie darauf kommen dass die Touris das brauchen. Die Leute sind prinzipiell freundlich, aber doch manchmal sehr aufdringlich.
Kolumbien hat eine sehr ausgeprägte Ess-kultur. Es gibt tausend verschiedene Streetfoods und Stände die irgendwelchen Saft verkaufen. Wir wollen davon natürlich einiges ausprobieren und sind deshalb in den ersten Tagen hier sehr viel essen gewesen. Das man dann zu zweit nur etwa 15€ für ein richtig gutes Essen mit Getränken bezahlt gibt einem auch nicht wirklich Anreiz selbst einkaufen zu gehen und etwas zu kochen. 

Die Straßen Getsemanis sind bunt - Cartagena, Kolumbien

Es gibt einige Künstler die Ihre bunten Bilder verkaufen - Cartagena, Kolumbien

Die Altstadt im spanischen Baustil - Cartagena, Kolumbien

Streetart - Cartagena, Kolumbien

Nach 4 Tagen haben wir uns ganz gut an das Festland gewöhnt und fühlen uns bereit für die Weiterreise. Es geht nach Santa Marta, eine ebenfalls relativ große Stadt (aber kleiner als Cartagena) am Fuße der Sierra Nevada, dem höchsten Küstengebirge der Welt. Die Stadt ist ebenfalls alt, mit viel Geschichte und sollte interessant sein. 

Damit geht es im nächsten Post weiter!

Danke fürs lesen & wenn Ihr irgendwelche Fragen habt schreibt uns eine Nachricht oder lasst einen Kommentar da, wir beantworten gerne alles!

Viel Liebe❤️

Hans und Anne

Daume hoch wenns Euch gefällt👍🏼- Cartagena, Kolumbien