Fast hätte ich vergessen, auf das Wesentliche zu achten…fast hätte ich mich aus den Augen verloren…fast wäre ich in die Falle getappt, vor der ich andere immer warne…

In letzter Zeit ist einiges im zwischenmenschlichen Bereich geschehen, das mich ein wenig aus der Bahn geworfen hat. Durch einige Handlungen und Äußerungen von Menschen in meinem Umfeld ist mir klar geworden, dass ich wieder einmal mehr zu mir schauen darf. Mehr darauf achten, was ich ausstrahle, was andere ausstrahlen und was all diese subtilen Energien mit mir machen. Nichts geschieht aus reinem Zufall, alles fällt mir zu und darf daher auch dementsprechend gewürdigt, gesehen und anerkannt werden. 

Mir ist aufgefallen, dass ich mit meiner Aufmerksamkeit zu sehr im Außen war und ich mich von den Meinungen und Energien anderer beeinflussen ließ. Ich hatte den Weg zu mir vernachlässigt, zu wenig meditiert und war zu wenig in der Stille. Daher zog sich meine innere Stimme ein wenig zurück, die mir normalerweise sagt, wenn mein Fokus auf Menschen und Dingen ist, die mir nicht guttun. Ich weiss, dass ich es nicht beeinflussen kann, wie Menschen agieren. Und doch zogen mir gewisse Handlungen und Aussagen den Boden unter den Füßen weg, machten mich sprachlos, obwohl ich hätte sprechen sollen. Viel zu lange habe ich zugeschaut, habe abgewogen, habe analysiert, habe ich meinem Verstand zu viel Mitspracherecht in meinem Leben gegeben. Daher ist es nun an der Zeit, das Gleichgewicht wiederherzustellen und meinen inneren Kompass wieder auf Kurs zu setzen. 

Ich darf mir endlich eingestehen, dass ich nicht die bin, die in der ersten Reihe laut „Hier“ schreit, nur um auf mich und mein Können aufmerksam zu machen.

Mein Weg ist der der Beobachtung. Des Schweigens, des Hineinfühlens in Mensch und Tier. Mein Weg ist der des Abwartens, bis ich gefragt werde. Bis andere von mir Antworten möchten und bereit sind, diesen Antworten auch zuzuhören. Das erfordert Aufmerksamkeit und Geduld des Gegenübers und genau dafür sind die Wenigsten bereit. 

Die Aufmerksamkeitsspanne der meisten Menschen liegt bei ein paar Sekunden. In dieser Zeit sollte es der andere geschafft haben, seinem Gesprächspartner seine Botschaft und am besten auch gleich die Lösung aller Probleme übermittelt zu haben. Oft sind Gespräche unter vier Augen in all dem Trubel dieser Zeit nicht möglich, das bedeutet, dass ich dann diese paar Sekunden auch noch mit anderen Menschen, die ihre Meinung weitergeben möchten, teilen sollte. Doch für ein wirklich hilfreiches, veränderndes, tiefgreifendes Gespräch bedarf es mehr. Es benötigt den Willen des anderen, sich voll und ganz auf den Inhalt des Gespräches einzulassen und sich damit auseinanderzusetzen. 

Ich verabscheue das laute, meist unwissendes Geplapper von gewissen Mitmenschen, die nur reden, um im Mittelpunkt zu stehen oder etwas zu verkaufen. Das ist nicht mein Weg. Diese Erkenntnis ist nicht neu und tut doch weh. Denn sie bedeutet, dass ich einen anderen, MEINEN, Weg gehen muss. Ich darf zu mir stehen und das sein, was ich bin und darf es aushalten, wenn das nicht immer auf Verständnis stösst.

Daher ist es nun wieder an der Zeit, den Fokus auf mehr Achtsamkeit mir selbst gegenüber zu richten. Innere Ruhe und Zentriertheit sind die Voraussetzungen, damit Intuition und Empathie fließen können - und diese sind die wichtigsten Werkzeuge für mein Tun. 

So achte also ich auf die Zeichen und lasse so manche Verstrickung im Außen los. Ich danke Menschen, dass sie in meinem Leben waren und mich gelehrt haben und ziehe weiter. 

Bereit, einmal mehr auf meine innere Stimme zu hören und den Weg der alten Weisen zu gehen.